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Stress lass nach!

Heute möchte ich gerne über Stress schreiben, weil es ein Thema ist, das mir immer wieder begegnet und aus der eigenen Vergangenheit sehr gut bekannt ist.

 

Stress ist heutzutage leider schon gesellschaftsfähig geworden. In der Geschäftswelt gehört er zum Programm, in Schulen hält er mehr und mehr Einzug und bei Müttern gehört er auch dazu.

 

Ist Stress überhaupt etwas Schlechtes?

 

Nicht unbedingt. Es gibt den sog. Eustress, der durchaus als nützlicher Motor dienen kann und bei Menschen, die „vor Begeisterung sprühen“ einfach dazu gehört. Es ist die positive Aufregung vor einer Geburt oder einer schönen Reise.

 

Schwierig ist es mit dem sog. Distress. Das ist eine negative Anspannung im Körper, die entsteht, wenn man zu viel zu lange unter innerem Druck steht. Er wird häufig erst bemerkt, wenn Gefühle der Überforderung, Erschöpfung oder körperliche Symptome wie z.B. Schwindel, Tinnitus, Kopfweh, Schlafstörungen etc. auftreten.

 

Unser Körper reagiert auf Stress mit der Ausschüttung von Adrenalin, das eine Form von „Alarm“ auslöst und ein internes Notprogramm startet. Alle Reserven werden mobilisiert, um die Situation zu bewältigen. Es ist ein Überlebensmechanismus, der uns aus längst vergangenen Zeiten erhalten geblieben ist. Dauert dieses Programm zu lange an, so wird es schädlich für den Körper, der diese Dauerspannung nicht abbauen kann. Bewegung hilft zwar, die im Blut nachweisbaren Stresshormone abzubauen, aber gegen den inneren Stress ist das nur eine vorübergehende Symptombekämpfung.

 

Eine gewisse Zeit kann unser Körper das aushalten, dann meldet er sich langsam mit den oben beschriebenen Symptomen, die bei Nichtbeachtung bis zum sog. Burn-out führen können. Eindrückliche Statistiken berichten darüber, wie stark unsere Gesellschaft davon geprägt ist.

 

Warum haben gerade Mütter Stress?

 

Zum einen ist es nicht gerade einfach, permanent im Einsatz zu sein und alles was das Muttersein so mit sich bringt, zu verkraften. Zum anderen ist es das eigene – oft unbewusste – Anspruchsdenken, das für innere Spannung sorgt.

 

Fast jede Mutter will nur das Beste für ihr Kind und möchte es richtig und gut machen. Aber was ist das Beste?

 

Viele Frauen sind sich nicht darüber bewusst, dass sie selbst anhand von erlernten und äusseren Massstäben definieren, was eine gute Mutter ausmacht, sie dem hinterher eifern und sich ständig im Vergleich mit anderen Müttern richten.

 

Familiäre und gesellschaftlich normierte Ansprüche werden übernommen und integriert. Die (unbewussten) eigenen Wertevorstellungen werden zum Antrieb des Strampelns im Hamsterrad, aus dem man scheinbar selbst nicht so einfach wieder herausfindet.

 

Sie setzen sich damit unter grossen Druck. Gedeihen und Verhalten der eigenen Kinder werden zum Gradmesser für gesellschaftliche Anerkennung und ob Mama zufrieden mit sich ist oder nicht. Das Muttersein findet aufopferungsvoll zwischen den Herausforderungen des täglichen Wahnsinns, gesteuert von (oft unbewussten) Verhaltens- und Reaktionsmustern statt. Unter Perfektionsdruck, normierten Vorstellungen, angelernten Verhaltensweisen, Gesellschaftszwängen etc. funktioniert Frau einfach und versucht, irgendwie doch noch selbst zu leben und glücklich zu sein. Meist stellt sie dann fest, dass es scheinbar nur funktioniert, wenn sie bereit ist, eigene Träume und Wünsche aufzugeben… Das ist fatal, denn der (verdrängte) Frust darüber sorgt für zusätzlichen Stress.

 

Die meisten reden aus Scham nicht darüber, wahren den Schein der (fast) perfekten Familienmanagerin und fressen Stress, Frust und Unzufriedenheit in sich hinein. Das ist unheimlich anstrengend und macht wiederum noch mehr Stress.

 

Es ist deshalb kein Wunder, weshalb Depressionen, Burn-outs bei Müttern und Scheidungsraten stetig zunehmen. Auch Nervenzusammenbrüche sind leider keine Seltenheit. Sie sind ein eindeutiges Ergebnis dieses Drucks. Krankenkassen, Kliniken und Presse berichten in eindrücklichen Zahlen darüber.

 

In der Wirtschaft nimmt man sich in solchen Fällen einen Coach. Warum tun sich Mütter schwer damit?

 

Es scheint wie eine Niederlage, ein Versagen… zuzugeben, dass man sich überfordert fühlt. Andere scheinen das alles mit Leichtigkeit zu meistern, dann muss es ja schliesslich auch bei mir irgendwie gehen! Wie es bei den sogenannten „anderen“ im tiefsten Inneren aussieht, wissen wir jedoch nicht. Da brodelt und bohrt es genauso oder ähnlich. Weil das selten jemand zugibt, sehen wir nur den äusseren Schein, den wir selbst mit unserer Charade auch erzeugen.

 

Es zeugt von Grösse, Schwäche zu zeigen; Hilfe zu suchen und auch anzunehmen. Wir sind alle nur Menschen und niemand ist perfekt.

 

Was kann ich als Mutter tun, wenn ich Stress habe?

 

· Ehrliche Reflektion

 

Es ist sehr wichtig, sich ehrlich einzugestehen, ob man sich gestresst fühlt und darunter leidet. Es bringt überhaupt nichts, so zu tun als ob alles in Ordnung ist, mit voller Überzeugung gewollte Wahrheiten zu verbreiten und wie eine Löwin zu verteidigen. Das ist lediglich eine Verdrängungsstrategie und Ausdruck dessen, „richtig“ sein und es allen recht machen zu wollen. Wir tun dies, um Anerkennung zu bekommen, letztendlich entstammend aus einem Grundbedürfnis eines jeden Menschen - seinem Streben nach Liebe.

 

„Wenn ich es so mache, wie alle, dann werde ich anerkannt“ = geliebt.“ Es ist wie eine unbewusste Sucht. So lange man diese Sucht weiter bedient, gibt es Stagnation, d.h. keine Möglichkeit, sich weiter zu entwickeln, sich zu entfalten und am Ende glücklich und zufrieden zu sein oder überhaupt an der Situation etwas zu verändern.

 

· Sich täglich bewusst etwas Zeit für sich nehmen

 

Es kling banal, ist aber enorm wichtig, sich selbst und seine Bedürfnisse ernst zu nehmen. Nur wenn Mama gut für sich sorgt, hat sie genug Kraft für all ihre täglichen Herausforderungen. Man kann nur aus dem Vollen schöpfen, sonst erschöpft der Alltag. Niemand sorgt für uns, wenn wir das selbst nicht tun. Das ist nicht egoistisch, sondern lebensnotwendig.

 

· Regelmässig abschalten

 

Auch wenn es auch nur für kurze Zeit ist, so ist es doch sehr wichtig, einmal innerlich zur Ruhe zu kommen und sich ganz auf sich zu konzentrieren. Das können ganz kleine Dinge sein wie z.B. ein kurzer Waldspaziergang alleine oder 10 Minuten Meditation am Abend. Neben verschiedenen Entspannungsübungen, Yoga, Meditationen etc. gibt es ganz individuelle Möglichkeiten, ein tägliches Entspannungsprogramm in den Alltag einzubauen. Wichtig ist, dass es keinen zusätzlichen Stress erzeugt.

 

· Ausmisten

 

Eine ehrliche Reflektion des Alltagsprogramms und die Reduktion auf das Nötigste sind manchmal sehr hilfreich, um zu bemerken, dass es auch geht. Was ist wirklich wichtig und was entspringt dem eigenen Perfektionismus-Drang?

 

· Hilfe annehmen

 

Die meisten Mütter wünschen sich zwar Hilfe, sind aber denkbar schlecht darin, sie zu organisieren („…geht ja nicht, weil…“) und anzunehmen. Es ist für die eigene Gesundheit sehr wichtig, für einen Ausgleich zu sorgen und sich Zeit zum Auftanken zu nehmen. Selbst wenn es finanziell nicht möglich ist, so gibt es Möglichkeiten in der Nachbarschaft oder im sonstigen sozialen Umfeld?

 

Es ist natürlich nicht Mama… und „…ehe ich meinem Mann erklärt habe, was er machen muss…“ sind Gedanken, die uns zeigen, wieviel Wert wir uns selbst geben. Natürlich ist die Nachbarin nicht Mama und der Mann regelt die Dinge auf seine Weise, aber unsere Kinder werden es überleben und daran wachsen. Es sind wertvolle Erfahrungen für sie. Um sich selbst entfalten zu können, brauchen sie Mütter, die auch mal loslassen und ihnen zeigen können, wie „Vertrauen“ geht.

 

· Liebevoll zu sich selbst sein

 

Am liebevoll gekochten Essen wird gemäkelt… die Sachen fliegen durch die Gegend… niemand sagt „danke“ für die sauberen Hosen… Eine Mama muss ein dickes Fell haben, um bei all dem gelassen und gut gelaunt zu bleiben. Das gelingt mit einer ordentlichen Portion „Selbstliebe“. Sich selbst die Anerkennung zu geben, die es braucht; zu wissen, dass man es so gut wie möglich macht; sich Fehler liebevoll verzeihen und Dinge nicht machen, die nicht gut tun… Was Selbstliebe alles bedeutet, ist ein grosses Thema, über das ich noch separat schreiben werde.

 

Ich wünsche Euch eine stressfreie Zeit und viel Liebe für Euch selbst!

Jede Frau hat eine und ist eine ...

Ich sitze am Fenster nach einer durchwachten Nacht... Gestern waren wir in der Notaufnahme mit einem unserer Kinder. Ich sah all die Menschen, die dort arbeiten, die kommen und die gehen und lernte das Leben neu schätzen. Ich empfand eine so tiefe Dankbarkeit für alles, was ich habe und leben darf. Die Trotz- und Wutattacken waren vergessen und ich war einfach nur noch von Liebe erfüllt.

 

Ich wurde überflutet von einer Welle von Dankbarkeit meiner Mutter gegenüber. Sie hat mir dieses Leben geschenkt. Es ist eine Reise - manchmal angenehm und voller schöner Erlebnisse, manchmal eine zehrende Wanderung durch Geröllberge von Herausforderungen, bei der Schweissperlen und Tränen kullern. Muttersein ist nicht immer einfach und es gibt Momente, da möchte man gern davon laufen und dennoch ist es das Grösste im Leben einer Frau.

 

Wie oft sind wir versucht, unserer Mutter die Schuld zu geben für das, was wir erleben und wie wir das Leben erleben. Unser Verhältnis zu ihr hat uns zwar geprägt, aber für unser Leben sind wir ganz allein verantwortlich. Jede Mutter tut das Beste und das, was sie kann. Jeder macht Fehler und ist hinterher klüger. Im Verstehen wird vieles leichter. Im Verzeihen finden wir Frieden und werden frei, selber glücklich zu leben, auch wenn es unsere Mütter nicht geschafft haben. Sie gaben uns genau das Startkapital, was wir für unser Leben brauchen, für das, was wir uns vorgenommen haben, das, was wir lernen und erfahren wollen - auch wenn wir uns manchmal nicht daran erinnern können oder unser Denken es nicht zulassen mag.

 

Wahre Liebe kennt keine Bewertung, keine Schuldzuweisung und keine Abhängigkeiten. Wahre Liebe ist und macht frei. Manche Erlebnisse, die wir als Kind hatten, sind so traumatisch, dass es uns fast nicht gelingt, im Schmerz die Liebe zu sehen. Und dennoch ist sie da. Lasst und vergeben und verzeihen und die wundersame Wirkung eines "Danke, Mama!" erleben. es öffnet das Herz, schenkt Frieden und Heilung. Es ist ein Geschenk, das verfielfältigt zu uns zurückkehrt.

 

Was mir lange verborgen blieb, ist die Erkenntnis, dass jede Frau eine Mutter ist - auch wenn sie keine Kinder hat.

 

Kinder kommen in verschiedenen Formen – als leibliche Kinder, als Projekte, als Ideen, als innere Kinder… Das innere Kind ist etwas, das sich in letzter Zeit bei allen Frauen immer mehr zeigt. Es steht für alles Unbewusste, all unser Potenzial, unsere Gefühle, unseren Schmerz, unsere Grösse. Es trägt alles, was uns als Kind begegnet ist und verlangt unsere Aufmerksamkeit, unsere Liebe und Zuwendung. Es möchte in den Arm genommen und getröstet werden; es will gehört und beachtet werden; es braucht Fürsorge – genau wie ein richtiges Kind. Fast sogar noch mehr, weil es uns nur gut geht, wenn wir acht- und sorgsam mit unserem inneren Kind umgehen, es hören und sehen.

 

Und nur wenn es uns gut geht, geht es auch unseren Kindern, unserer Familie, unseren Projekten und Ideen gut; nur dann können wir uns wirklich um sie kümmern, aus dem Vollen schöpfen. Anderenfalls fühlen wir uns leer, energiearm, von der Liebe verlassen; das Leben scheint oft anstrengend und schwer.

 

Unser inneres Kind sitzt in unserem Bauch-/Beckenraum und macht sich oft sogar über körperliche Symptome bemerkbar. Ich arbeite mit vielen Frauen, die Schwangerschaftssymptome haben, es aber nicht sind; die heftige Wechseljahrbeschwerden haben; kaum zu ertragende Schmerzen bei der Menstruation, diverse Störungen im unteren Rückenbereich und undifferenzierbare Schmerzen, die wandern und oft medizinisch keine Erklärung finden. Es sind Aufforderungen unseres Körpers, sich um uns selbst, unsere Weiblichkeit, unser Frausein und unsere inneren Kinder zu kümmern. Es ist wie eine Schwangerschaft mit uns selbst, die auch genau solche Symptome machen kann. Jede Schwangerschaft ist individuell und dauert verschieden lang – je nachdem wie lange wir dem Thema gegenüber blind und taub waren.

 

Am Ende steht eine oft schmerzhafte mit unglaublich kraftvollen Wehen verbundene Geburt des eigenen Selbst – dessen, wonach wir uns so sehr sehnen. Je nachdem wie unser Verhältnis zur eigenen Mutter und zur weiblichen Abstammungslinie ist, gelingt dies leichter oder schwieriger.

 

Frau kann diesen Prozess ganz alleine machen – er passiert sowieso – oder sich begleiten lassen, verstehen, daran und damit bewusst wachsen.

 

Lasst Euch ein auf Euch selbst auf Euren Körper und auf Eure inneren Kinder; öffnet Euch für das, was da in Euch reift, wachsen will gebärt Euch neu, um Euch in Eurer vollen Kraft und Schönheit zu leben!

 

Viel Kraft, Vertrauen, Liebe und Mut für Euer Mutterwerden und -sein!

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Ich liebe mich, ich lieb mich nicht...

Hätte mich früher jemand gefragt, ob ich mich selbst liebe, so hätte ich ohne mit der Wimper zu zucken „ja“ gesagt. Mein „mich-selbst-lieben“ bezog sich darauf, schöne und angenehme Dinge für mich zu tun, mir etwas zu gönnen, Karriere zu machen und gesellschaftliche Statuspunkte zu sammeln...wegen der Anerkennung, die ich so sehr brauchte...

 

Wie so viele Menschen wusste ich gar nicht wirklich, was Selbstliebe eigentlich bedeutet. Das Leben hat es mich gelehrt und tut es noch immer.

 

Selbstliebe wird oft etwas schief beäugt, weil sie mit Egoismus verwechselt wird. Und wer will schon egoistisch sein?!

 

Egoismus ist eine Kopf-gesteuerte Sicht auf sich selbst, gefärbt durch Illusionen, Wünsche, Sehnsüchte und ein entsprechendes Verhalten.

 

Selbstliebe hingegen ist eine Herz-zentrierte wertfreie Wahrnehmung von sich selbst, in der alles Platz hat, was zu uns gehört, egal welche Farbe und Form es hat. Sie basiert auf einem bedingungslosen Annehmen aller Facetten von uns.

 

Das ist scheinbar einfach, aber tatsächlich ziemlich anspruchsvoll. Unsere Erfahrung hat uns ein Wertemuster gelehrt, das wir unbewusst auf uns selbst legen und danach aussortieren, was gut/schlecht, gewollt/ungewollt, anerkannt/nicht akzeptiert wird. Die Eigenschaften, für die wir Belohnung/Anerkennung geerntet haben, nehmen wir gerne an. Haben wir jedoch schlechte Erfahrungen im Zusammenhang mit einer bestimmten Verhaltensweise oder Eigenheit gemacht, so tendieren wir dazu, sie zu verändern, anzupassen oder zu unterdrücken.

 

Wirkliche Selbstliebe funktioniert nur, wenn wir aufhören, uns selbst zu bewerten. So lange wir das tun, sortieren wir Teile von uns unbewusst aus und verstümmeln uns damit förmlich. Alles an uns hat seine Berechtigung und nur mit allem was uns ausmacht, sind wir glücklich und fühlen uns „ganz“.

 

Auf der bewussten Ebene kommen wir mit diesen Erkenntnissen gut voran. Schwieriger ist es mit dem, was darunter liegt. Unser Geist ist ziemlich trickreich und blendet unbewusste Ebenen aus, auf denen wir uns selbst bewerten – weil sie mit Schmerz oder Scham verbunden sind (Dinge/Erlebnisse, die wir in uns verdrängen), wir bereits wissen, dass wir uns eigentlich nicht bewerten sollten, wir das gar nicht wollen oder auch die Bewertung wiederum bewerten.

 

Wie aber finden wir heraus, ob und wie wir uns selbst unbewusst bewerten?

 

Wir bewerten uns selbst, wenn wir andere bewerten. Dort dürfen wir hinschauen und uns selbst auf die Schliche kommen.

 

Was uns an anderen stört, ist das, was deren Verhalten/Auftritt/Gebaren mit uns macht. Wie sich ein anderer Mensch verhält, ist Seins; wie ich darauf reagiere, ist Meins. Unangenehme Gefühle in uns entstehen, wenn das Verhalten anderer Menschen auf einen unserer „wunden“ Punkte oder eine „Schattenseite“ trifft. Es ist eine Resonanz, die uns das aufzeigt, was wir an uns selbst unterdrücken. Es ist also das Eigene, was unsere Emotionen in diesen gewissen Momenten so hoch schlagen lässt. Da es einfacher ist, diese Gefühle auf den zu projizieren, der sie getriggert hat, sind wir wütend auf unser Gegenüber. Er/sie ist „schuld“, dass wir uns so fühlen.

 

Das eine ist das Symptom, das andere die Ursache.

 

Erst wenn wir beginnen, zu verstehen, was hinter einem solchen Ablauf steckt; die Ursache der eigenen Verletzung dahinter erkennen, können wir sie „heilen“. Das geschieht durch das Annehmen dessen, was bei uns „dahinter“ liegt.

 

Was dadurch passiert, ist etwas Zauberhaftes. Wir lernen uns selbst, immer mehr anzunehmen, werden wirklich wahrhaftig, wachsen in unsere Kraft und Eigenverantwortung. Unser Umfeld reagiert auf einen solchen Prozess, indem sich Konflikte entspannen und uns immer weniger Triggerpunkte begegnen. Das heisst nicht, dass wir gleichgültig werden; aus dem Verstehen und Fühlen heraus kommen wir immer mehr in einen inneren Frieden, der zufrieden macht.

 

Bei aller Achtsamkeit wird es uns vielleicht manchmal nicht gelingen, andere nicht zu bewerten und zu ver/beurteilen. Wenn die Emotionen sehr hoch schlagen, sind wir manchmal einfach blind vor Wut, Verletzung, Scham etc. Dann ist es wichtig, sich selbst zu vergeben; liebevoll mit sich selbst umzugehen; wie mit einem Kind, das lernt… denn auch tief in uns steckt ein Kind, das manchmal einfach nur in den Arm genommen werden möchte und Trost sucht.

 

Es ist manchmal eine lebenslange Schule, die sich lohnt und durch die wir belohnt werden, mit jedem Schritt, den wir gehen. Wir wachsen damit in die Selbstliebe.

 

Wenn wir uns wahrhaftig selbst lieben, geben wir uns selbst den Wert und die Anerkennung, die wir brauchen. Wir sind nicht mehr davon abhängig, was andere über uns denken oder sagen. Das macht innerlich frei und wir finden das, wonach wir uns so sehnen... denn unser Aussen ist ein permanenter Spiegel für uns, ob wir uns tief empfunden und echt selbst lieben.

Neues Jahr, neues Glück!

Dieses Jahr wird alles anders!

 

Das Jahresende naht und damit winkt wieder einmal die Chance des bewussten Rückblicks. Was hat das Jahr gebracht? Was habe ich erreicht? Bin ich zufrieden? Glücklich? Gibt es etwas, das ich im nächsten Jahr verändern möchte?

 

Ich persönlich empfinde es als serh schön, einen eigenen Jahresrückblick zu halten und meine Gedanken auch aufzuschreiben. Ich lernen so immer wieder dazu, aus meinen eigenen Erfahrungen.

 

Die meisten Mütter verzichten im Laufe der Zeit auf gute Vorsätze... dennoch gibt es aber auch viele Frauen, die sich zum Jahresbeginn – zumindest insgeheim - gute Vorsätze vornehmen (diverse repräsentative internationale Studien wie z.B. die Forsa-Studie, Studie des Marktforschungsunternehmens TNS für die Direktbank ING-DiBa). An der Spitze stehen dabei der Wunsch, weniger Stress zu haben, mehr Zeit für Familie oder Freunde zu haben, gesünder oder sparsamer zu leben, mehr Sport zu treiben oder abzunehmen.

 

So felsenfest der Entschluss am Jahresende gefasst wird, so schnell bröckelt er jedoch meist schon in den ersten Januarwochen auseinander. Gerade mal die Hälfte aller guten Vorsätze hält länger als drei Monate, so die Forsa-Studie.

Die gute Nachricht: Wir Frauen beweisen etwas mehr Ausdauer als die Männer. Immerhin schaffen es nach Erkenntnissen der Forsa-Studie 52 % der Frauen, ihre Vorsätze auch tatsächlich umzusetzen. Dagegen zeigen nur 47 % der Männer eine Willensstärke, die auch über den März hinaus besteht.

 

In der Psychologie ist ein solches Verhalten übrigens als „Prokrastination“ bekannt – das Phänomen, unangenehme Aufgaben immer wieder hinauszuschieben. Wir vertagen Entscheidungen, schieben Dinge vor uns her, leben lieber in den vertrauten Mustern. Und genau diese vertrauten Muster müssen durchbrochen werden, damit es mit den guten Vorsätzen für dieses Jahr klappt.

 

Wie geht das?

 

Es gibt eine einfache, aber wirkungsvolle Erfolgsmethode, mit der es tatsächlich gelingt, alte Muster zu durchbrechen. Der erste wichtige Grundsatz dafür heisst „weniger ist mehr“. Dabei sollte man sich lieber auf ein Ziel beschränken, dass einem wirklich sehr wichtig ist, statt eine ellenlange Wunschliste zu verfassen. Es lohnt sich, gut über das Ziel nachzudenken, weil das die Erfolgschancen stark erhöht. Dein Ziel ist nur dann umsetzbar, wenn es:

  • konkret,
  • messbar,
  • realistisch und
  • mit einem genauen Zeitplan versehen ist.

Das heisst „Ich will jede Woche 2 x 30 Minuten Yoga am Abend machen statt fernzusehen.“ ist besser als „Ich will mehr Sport treiben und mehr Zeit für mich haben.“. Oder „Ich esse an 3 Tagen in der Woche nur Obst und Gemüse.“ ist Erfolg versprechender als „Ich möchte 5 Kilo abnehmen.“.

 

Danach gilt es, den Wunsch aufzuschreiben. Ein Tagebuch eignet sich bestens dafür, es gibt aber auch viele andere Methoden. Ein regelmässiger Check hilft, sich zu motivieren und dran zu bleiben. Ein guter Tipp ist, sich zu belohnen, wenn der Check positiv ausfällt.

 

Karin, eine meiner Klientinnen, hat sich ihr Ziel in ihrem iPhone Kalender eingetragen. Jeden ersten Montag im Monat geht der Alarm an. Wenn sie ihr Vorhaben erfüllt hat, belohnt sie sich mit einem Kaffee, einer Massage oder einem Spaziergang. Sie geniesst ihre Belohnung in vollen Zügen und schreibt auf, was für schöne Gefühle das in ihr ausgelöst hat. Immer wenn sie schwach wird, liest sie sich dieseListe durch. Damit spornt sie sich selbst an.

 

Probiert’s mal aus!

 

Alles Gute für`s neue Jahr :-)

 

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Angelita Flatterflink

Ich habe dieses Jahr zu Weihnachten für meine Kinder und Patenkinder ein Kinderbuch mit ihren Lieblingsgeschichten zusammengestellt und illustriert. Es heisst „Angelita Flatterflink“ und handelt von einem frechen coolen Engelchen, das spannende Abenteuer erlebt.

Meine Kinder lieben die Geschichten und können gar nicht genug davon bekommen.  Unten ein kleiner Ausschnitt davon.

 

Vielleicht inspiriert Euch das zu eigenen Geschichten?

 

Wer möchte - ich habe noch 5 Exemplare, die ich zum Selbstkostenpreis von Fr. 50.-- plus Versand weiter gebe (Buch a` 40 Seiten, A4 quer, Hardcover, hochglanz, illustriert). Verschenkt sich besonders schön mit dem Puppenschutzengel von HABA (z.B. bei www.windeln.ch).

 

Wie alles begann...

 

Angelita ist ein kleines Engelchen und lebt im Wolkendorf Allesgut. Alles ist dort wolkig weich, sogar die Bäume und Häuser. Jedes Haus hat eine andere Wolkenfarbe. Angelita liebt rosa und deshalb ist bei ihr alles rosa – die Kleider, die Schuhe, die Flügel und sogar die Haare.

 

Angelita ist zwar erst 7 Jahre alt, aber lebt schon ganz alleine in ihrem Häuschen am Ende der Fluffipuffstrasse. Das ist für Engel ganz normal, denn sie sind von Beginn an selbständig. Sie haben keine Mami oder Papi, sondern erscheinen im Engeldorf, wenn Sonne und Mond sich sehr lieb haben, dabei Sterne sprühen und Gott will.

 

Alle anderen Engel begrüssen die neuen Engelchen liebevoll und helfen ihnen, sich zurecht zu finden.

 

So war es auch bei Angelita. Als sie in der grossen Empfangshalle in Allesgut mit einem Plumps auf dem Popo landete, lief ihr gleich ein quirliges kugeläugiges Engelchen mit goldigen Wuschelhaaren entgegen und begrüsste sie mit einem lecker duftenden rosa Wolkenwackelpudding.

 

„Herzlich willkommen in Allesgut, ich bin Engellinde und zeige Dir alles.“ begrüsste der goldige Wuschelkopf Angelita.

 

Gierig mampfte Angelita den rosa Wolkenwackelpudding in sich hinein und lief neugierig hinter Engellinde her. Sie bestaunte die wolkig weichen Strassen, die lustig bunten Wolkenhäuser, emsig herumfliegende Engel und wunderbar duftende Blumensträucher, während Engellinde ununterbrochen redete. Angelita summte der Kopf als sie an einem kleinen gemütlichen rosa Häuschen anhielten.

 

„Das ist Deins!“ sagte Engellinde stolz. „Wow, so cool!“ platzte es aus Angelita heraus. Engellinde glotzte verdutzt. Das war nicht wirklich Engelssprache und klang gar nicht wie der sanfte Singsang, mit dem sich die Engel hier sonst unterhielten. Aber Angelita war eben nicht wie die anderen Engel.

 

In dem flauschigen gemütlichen rosa Wölkchenhaus fühlte sich Angelita sofort wohl. Sie freute sich so sehr, dass ihre kleinen Flügel emsig anfingen, zu flattern. Das passierte immer, wenn sie sich freute. Deshalb hatte sie den Nachnamen „Flatterflink“ bekommen.

 

Engellinde staunte Wolkenklötzer als Angelita wie ein rosa Flummi durch die Räume sauste und begeistert vor sich hinsang. Als sie wieder landete, sagte sie atemlos zu Engellinde: „Lass uns eine Begrüssungsparty machen!“

 

„Au ja!“ platzte es aus Engellinde hervor. „Wir laden alle Engel ein, holen die `Rolling Angels`, backen rosa Hanfkuchen, kochen Sternengrütze, mixen Bloody Angels, kaufen Regenbogenkracker und schmeissen Rosenkonfetti!“

 

Erschrocken hielt sie sich die Hand vor den Mund, aber Angelita lachte nur und wusste, dass sie die richtige Freundin gefunden hatte..."

 

(Eine kleine Anmerkung: Ich benutze bei der Anrede bewusst immer Grossbuchstaben als Zeichen der wertschätzung und des Respekts :-)

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Das Leben nach der Geburt

Ein ungeborenes Zwillingspärchen unterhält sich im Bauch der Mutter.

 

«Sag’ mal, glaubst Du eigentlich an ein Leben nach der Geburt?» fragt der eine Zwilling.

 

«Ja, auf jeden Fall! Hier drinnen wachsen wir und werden für das, was draußen kommen wird, vorbereitet», antwortet der andere Zwilling.

 

«Ich glaube, das ist Blödsinn!» sagt der erste. «Es kann kein Leben nach der Geburt geben – wie sollte das denn bitteschön aussehen?»

 

«So ganz weiß ich das auch nicht. Aber es wird sicher viel heller als hier sein. Und vielleicht werden wir herumlaufen und mit dem Mund essen?»

 

«So einen Unsinn habe ich ja noch nie gehört! Mit dem Mund essen, was für eine verrückte Idee. Es gibt doch die Nabelschnur, die uns ernährt. Und wie willst du herumlaufen? Dafür ist die Nabelschnur viel zu kurz.» 

«Doch, es geht bestimmt. Es wird eben alles nur ein bisschen anders.»

 

 «Du spinnst! Es ist noch nie einer zurückgekommen nach der Geburt. Mit der Geburt ist das Leben zu Ende, Punktum.»

 «Ich gebe ja zu, dass keiner weiß, wie das Leben nach der Geburt aussehen wird. Aber ich weiß, dass wir dann unsere Mutter sehen werden, und sie wird für uns sorgen.»

 

«Mutter???? Du glaubst doch wohl nicht an eine Mutter? Wo ist sie denn bitte?»

 

«Na hier – überall um uns herum. Wir sind und leben in ihr und durch sie. Ohne sie könnten wir gar nicht sein!»

 

«Quatsch! Von einer Mutter habe ich noch nie etwas bemerkt, also gibt es sie auch nicht.»

 

«Doch, manchmal, wenn wir ganz still sind, kannst du sie singen hören. Oder spüren, wenn sie unsere Welt streichelt.»

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Ängste

 

 

Ängste sind ein Thema, das mir immer wieder auf meinem Weg begegnet.

 

Angst, es könnte etwas Bestimmtes passieren… Angst, etwas falsch zu machen… Angst, nicht zu genügen… Angst, nicht dazu zu gehören... Angst, nicht geliebt und angenommen zu werden, wie man ist… Angst, ein Kind zu verlieren… Angst vor der Angst…

 

Jeder hat seine eigene ganz individuell gefärbte Angstpalette.

 

Bis ich Kinder hatte, dachte ich, ich hätte kaum Ängste. Ich meinte, alles im Griff zu haben und stellte mich mutig Situationen, in denen ich Ängste spürte (z.B. Vorträge vor grossen Menschenmengen). Hätte mich jemand gefragt, ob ich ein ängstlicher Mensch sei, hätte ich vehement verneint. Ich hatte gelernt, mutig zu sein.

 

Schon während der Schwangerschaft mit meiner Tochter tauchten dann zaghafte erste Ängste aus meinem Unterbewusstsein auf und vermehrten sich mit der Geburt Epidemie-artig. Die ganze Schwangerschaftsbetreuung durch Ärzte ist auf Risiken fokussiert, die die Ängste der Frauen bedienen. Was alles passieren kann und welche Kontrollen es braucht! Eine Geburt scheint ohne all das gar nicht möglich. Mein alles-unter-Kontrolle-Bedürfnis wurde durch die umfassende Betreuung voll gestillt. Ich fühlte mich gut aufgehoben, es war ja alles normal so. Auch die Fruchtwasseruntersuchung bei meiner ersten Schwangerschaft – weil ich schon über 35 war – leuchtete mir ein. Auch die steril-klinische Geburt mit viel Technik und Menschen, die es im Griff hatten, lief gut. Danach wurde alles erklärt und es war rund um die Uhr jemand da, den ich fragen konnte. Soweit so gut…

 

Schon die Heimfahrt ausdieser Illusionswelt war eine Tortur. Unsere bis dahin friedliche Tochter schrie sich die Seele aus dem Leib und hörte auch zu Hause nicht auf damit. Ich wurde zunehmend unruhiger und wurde mit einer vulkanartig aufwallenden Angstwelle umgehauen. So ging es dann weiter…. Ich versuchte jahrelang mit verschiedenen Kontrollfacetten, meinen persönlichen Angst-Parcours zu meistern. Ich wollte nur das Beste für mein Kind, aber ich erstickte es fast mit meinen unbewussten Ängsten, für die ich blind war. Ich hatte 6 Fehlgeburten und fragte mich warum…

 

Erst als ich annehmen konnte, dass ich unbewusste Ängste habe und den Mut aufbrachte, mich ihnen zuzuwenden, konnte ich wirklich Eigenverantwortung über mein Leben übernehmen und verstehen.

 

Es begann ein Weg des Erkennens und Lernens. Ich brachte mit 44 einen kerngesunden Jungen in einer wunderschönen Hausgeburt zur Welt.

 

Heute weiss ich, dass es vor allem unbewusste Ängste sind, die unser Leben bestimmen. Sie sind schwer zu fassen und wahrzunehmen. Sie werden von bestimmten Situationen, Anlässen, Personen etc. getriggert und bestimmen dann scheinbar unbemerkt unser Verhalten. Wir bemerken sie nicht, sind dafür blind (geworden). Solange wir sie nicht bewusst wahrnehmen, steuern sie unser Verhalten aus dem Unterbewusstsein, ohne dass wir etwas tun können.

 

Kinder haben oft ganz klare Sensoren für unsere Ängste und reagieren mit ihrem Verhalten darauf.

 

Sobald wir Ängste wahrnehmen, beginnt unser Gehirn mit ihnen nach einer erlernten Art und Weise umzugehen. Die meisten Menschen empfinden Ängste als unangenehm und verdrängen sie daher. Sie weichen aus in Aktionismus, Ablenkungen, suchen im Aussen nach Sicherheiten.

 

Es bringt leider überhaupt nichts, Ängste zu verdrängen oder ihnen auszuweichen. Sie werden dadurch nur stärker dadurch und bestimmen unser Verhalten (und auch unsere Körperreaktionen) aus dem Unterbewusstsein, ob wir es wahrnehmen oder nicht. Wir haben meinst als Kind einschlägige Erfahrungen gemacht, die zu diesem Reaktionsmuster geführt haben.

 

Ängste machen eng. Es sind extrem mächtige Gefühle. Sie steuern uns, halten uns gefangen und machen unglaubliche körperliche Symptome. Sie werden zum Antrieb unserer Entscheidungen. Sie verhindern ein vertrauensvolles Loslassen und ein freies selbstbestimmtes Leben. Sie bringen uns in eine immer enger werdende Kontrollspirale, die uns und unser Umfeld erstickt.

 

Auf die Angst gesetzter Mut ist eine Illusionsblase, die irgendwann schmerzhaft platzt, weil das Leben uns immer wieder mit unseren Ängsten berührt und es auf unserem Weg liegt, an ihnen zu wachsen. Es ist als ob es uns zu einem Entwicklungsschritt (Evolution) zwingen möchte; grösser zu werden als unsere Ängste, indem wir sie bewusst wahrnehmen lernen und liebevoll annehmen.

 

Über Ängste sind Menschen steuerbar. Unsere ganze Gesellschaft, die Medienberichterstattung und unsere Lebensgestaltung sind darauf ausgerichtet. Eine überdimensionierte Versicherungswirtschaft zeugt ebenfalls davon. Die Menschen nehmen dankbar an, was ihnen scheinbare Sicherheit bringt.

 

Es ist jedoch nur eine Illusion, denn was wir in unserem Körper gespeichert haben – und das gilt besonders für Ängste – bleibt da, bis wir es über eine Art Bewusstseinsprozess annehmen. Unser Darmgehirn lässt sich nicht täuschen. Es nimmt kleinste Resonanzen von Angst sofort auf und reagiert. Sehr sensible Menschen nehmen eine Art Stromgefühl wahr, bekommen Durchfall, werden nervös, atmen flacher, verfallen in Gedankenspiralen, fühlen einen Druck im Solar Plexus, im Herzbereich, bekommen Kopfweh oder ähnliches. Es sind all die bekannten Stressreaktionen, denn Stress wird durch (unbewusste) Ängste verursacht.

 

Der Grund ist einfach. Unser Körper bemerkt die Angst bevor wir es tun und sendet eine entsprechende Botschaft ans Darmgehirn. Das wiederum gibt einen Impuls an unser Gehirn. Es wird aufgefordert, zu reagieren. Diese feinen Prozesse laufen, bevor wir sie wahrnehmen.

 

Wenn das Gehirn gelernt hat „Angst ist schlecht.“, dann setzt es einen Verdrängungsmechanismus in Gang. Es setzt eine Art Aktionitis ein, eine Ablenkungssuche, der unbedingte Drang etwas Bestimmtes zu machen, da Adrenalin ausgeschüttet wird. Während der Körper nun beschäftigt wird, läuft unsere Körperchemie angstgesteuert weiter. Es ist ein Gefühl da, was wir nicht erlauben. Unser Gehirn gerät in ein Dilemma und reagiert mit Stress, Druck, Schmerzen etc.

 

Erst wenn wir die Angst erkennen, zulassen und bewusst annehmen, kann unser Gehirn entspannen. Es wird ein Gefühl gemeldet, das da sein „darf“. Alles ist in Ordnung für unseren Körper. Erst darüber kommen wir in die Handlungsfähigkeit, damit umzugehen.

 

Von dort ist es nur ein kleiner Schritt in die Liebe, wo sich die Angst einordnen und auflösen kann. So verliert sie ihre Macht über uns. Wir erinnern uns daran, dass Ängste wichtig sind. Sie erinnern uns an uns selbst, holen uns zurück, verbinden uns mit uns selbst.

 

So geht es Schicht für Schicht mit allen Ängsten, die unser Umfeld, bestimmte Begebenheiten, Erlebnisse oder Situationen in uns auslösen. Es ist ein schrittweises Freiwerden.

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Träume

Wenn man keine Mama wäre, was würde FRAU nicht alles tun … Spanisch lernen auf Mallorca, Yoga Retreat auf Ibiza, sich selbständig machen als Designerin, ein Buch schreiben etc.

 

Wir schieben heute unsere Träume allzu bereitwillig in die Geht-nicht-Schublade, seufzen einmal wehmütig und wenden uns wieder hingebungsvoll dem Nachwuchs und dem Alltag zu.

 

Dabei sind Träume so wichtig! Sie beflügeln, schenken uns neue Kraft und werden manchmal sogar wahr.

 

Ich habe z.B. lange davon geträumt, Feng Shui zu lernen. Diese Jahrtausende alte chinesische Lehre hat mich schon lange fasziniert. Mit viel Organisation und Planung ist der Traum tatsächlich Wirklichkeit geworden.

 

Als ich dann endlich in meinem Hotelzimmer im Ausland sass, wurde es mir ziemlich mulmig im Bauch. Ist das wirklich richtig? Darf ich das? Bin ich eine schlechte Mutter, weil ich meine Kinder allein lasse...?

 

Als ich meinen ersten Kurstag hinter mir hatte, war ich einfach glücklich. Meine Kinder wusste ich in guten Händen und schickte ihnen viel Liebe. Sie bekommen eine aufgetankte, glückliche Mami mit viel frischer Energie und Nerven wie Drahtseilen zurück für diese Tage der “Entbehrung”.

 

Interessanterweise war es für sie gar keine Entbehrung, sondern auch sie haben die Zeit genossen und ich konnte sie ein Stück weit neu kennenlernen und mit anderen Augen sehen als ich zurück kam. Es tat so gut, einmal eine Auszeit zu nehmen und etwas ganz für mich zu machen. Ich wunderte mich im Nachhinein, warum ich mich damit immer so schwer getan hatte. Es war für alle eine Bereicherung.

 

Welche Träume habt ihr?

 

 

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Die Anerkennungsfalle

 10 Dinge gleichzeitig tun, trösten, wickeln, kochen, backen, basteln, singen, richten und schlichten, coachen, waschen, putzen, heilen, entertainen, dekorieren... Mütter geben täglich ihr Bestes… wenn es sein muss - rund um die Uhr.

 

Wir Mütter denken, allen Ansprüchen genügen zu müssen. Das eigene unbewusste Anspruchsdenken ist dabei die grösste Falle.

 

Den Drang nach gesellschaftlicher Anerkennung haben alle Mütter. Wir meinen dabei, die Anerkennung müsse von aussen kommen, damit wir uns wertvoll fühlen.

 

Jede von uns hat ein bestimmtes Bild der “perfekten Mutter”, dem sie unbewusst nacheifert. Meine Erfahrung hat mir gezeigt, dass wir dieses Idealbild selbst erschaffen. Wir übernehmen Teile von unseren eigenen Eltern, Teile aus der Gesellschaft und aus unserem sozialen Umfeld. Wenn wir alles ungefähr so machen, wie es alle machen, dann fühlen wir uns „in Ordnung“ und anerkannt. Dabei sind Fehler erlaubt, aber dennoch suchen wir nach Bestätigung, dass andere Mütter ähnliche Fehler machen. Dann ist äusserlich wieder alles gut. Bis die nächste Situation kommt, die unsere inneren Zweifel hervorruft. Woher kommen diese Zweifel?

 

Sie hängen mit dem Selbstwertgefühl zusammen, das man sich selbst als Mutter gibt. Dieses Selbstwertgefühl hat nichts damit zu tun, ob man im Aussen eine starke, anerkannte Frau und Mutter ist. Es hat mit unserem inneren Denken und Fühlen zu tun. Ist es nicht wirklich tief im Inneren vorhanden, wird es leicht von Zweifeln untergraben und lässt uns immer wieder wanken. Das zeigen wir natürlich nicht im Aussen. Da wird alles getan, um ins Gefüge zu passen und die fehlende innere Bestätigung zu erlangen. Wir verhalten uns angepasst und normgerecht, versuchen es sogar noch besser zu machen als andere. Wir machen sogar andere nieder, damit wir in einem besseren Licht erscheinen...

 

Meine Erfahrung ist, dass die äussere Anerkennung auf Dauer nicht wirklich glücklich und zufrieden macht. Sie ist nur ein Ersatz, für etwas, das wir unablässig suchen und nach dem wir unbewusst streben. Die äussere Anerkennung ist etwas sehr instabiles und wir müssen unaufhörlich dafür schaffen, um sie zu bekommen. Es ist wie eine Droge, die uns stresst und in eine gefährliche Abhängigkeit führen kann. Die hohe Zahl von Burn-outs, Depressionen, Nervenzusammenbrüchen und sonstigen Störungen bei Müttern belegt das.

 

Und nun…?

 

Der Schlüssel liegt darin, sich die Anerkennung, die man braucht, selbst zu geben. Es ist wichtig, der eigenen Arbeit Wert zu geben und sich auch dafür zu belohnen.

 

Womit belohnst Du Dich?

Langeweile

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Langeweile

„Mama, mir ist langweilig!“

 

Das reicht schon, um unseren mütterlichen Einfallsreichtum zu triggern. Geschulte Mütter fragen gekonnt zurück: „Worauf hättest Du denn Lust?“ Andere präsentieren dem Nachwuchs kreative Ideen und wieder andere geraten in Aktionitis.

 

Was ist nun richtig, um unseren Nachwuchs in seiner Entwicklung am besten zu unterstützen?

 

„Langeweile ist hirntechnisch das Beste, was einem Kind passieren kann.“ Sagt der Neurobiologe und Hirnforscher Prof. Dr. Dr. Gerald Hüther.

 

Seine Argumente sind überraschend einfach, aber überzeugend. Ich habe es ausprobiert und meinem Kind Langeweile zugemutet. Als erstes kam ein grosser Schwall Gemecker, weil die sonst so kreative Mama einfach keinen Input gibt. Nachdem ich das ausgehalten und selbstliebend durchgestanden habe, kam erstmal…nichts. Das muss man auch erstmal aushalten. Und als das überstanden war, kam da plötzlich was Überraschendes: eine eigene Idee, die Begeisterung, viel Freude und Stolz bei der Umsetzung. Es war und ist sehr schön, das zu erleben.

 

Vielleicht probiert Ihr es auch mal aus?

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Alles Gute zum Muttertag!

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Ein ganz normaler Tag

Es war ein langer Tag... bunt wie ein Blumenstrauss, ganz normal und doch voller Geschenke.

 

Es gab schöne Momente, anstrengende, herausfordernde, viele Gelegenheiten zum MamaSein Üben und ganz viel Liebe zur Belohnung.

 

Es ist inzwischen 21:00, unser grosser Engel schläft schon; ich wiege unseren Jüngsten in den Schlaf. Er braucht noch etwas Mami, um sich von dem Sturz bei seiner letzten Entdeckungstour zu erholen. Ich nutze die scheinbar verlorene Zeit, um zu entspannen und zu fühlen, was sie mir für ein Geschenk bringt.

 

Ich fühle die Nähe dieses kleinen Wesens, das so hilfsbedürftig und zerbrechlich scheint und doch stark und innerlich gross ist. Ich sehe in seinen Augen, dass er zwar in einem kleinen Körper ist, aber so viel mitgebracht hat, was ich von ihm lernen darf. Er spricht mit seinen Augen direkt mit meinem Herzen.

 

Er schafft es mit einem Lächeln, die Herzen der Menschen zu öffnen. Er betrachtet Dinge - die ich kaum noch wahrnehme – staunend, neugierig und offen.

 

Sogar Schnecken – der Graus in meinem mühsam gehegten Gemüsebeet – habe ich durch ihn lieben gelernt.

 

Sobald er eine sieht, ruft er mit liebevoller Begeisterung „Mama, Schneckli!!!“ und strahlt über das ganze Gesicht. Er sieht sie überall, betrachtet sie liebevoll und geduldig. Ich lasse mich von ihm durch eine Blumenwiese führen und betrachte alles durch seine Augen. Was für eine zauberhafte Welt ich dadurch entdecken darf! Bei jeder Blume und jedem Tier gibt er verzückte Laute von sich und freut sich mit ganzem Herzen. Er öffnet damit meins.

 

Danke, Du Sonnenschein :-)

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Mütter sind auch Menschen

Das Gemüse fliegt durch die Gegend, die Nudelpfanne brennt an, die Butter klebt in den Haaren… „Alles nur eine Phase“, sagt eine gute Freundin von mir.

 

Zwar habe ich kampferprobte Überlebensstrategien für solche Situationen und dennoch ist es an spannungsgeladenen Tagen eine Kunst, nicht die Nerven zu verlieren. Heute war so einer.

 

Meine Tochter (6) quasselt mal wieder wie ein Wasserfall, ohne Punkt und Komma. Alles, was ihr einfällt, sprudelt einfach aus ihr heraus, bis mir ganz schwindelig wird. Es ist ihr dabei ganz egal, ob ich staubsauge oder die Klos putze. Sie klebt an mir, redet und redet. Geduldig gebe ich ihr Antworten und mache, was eben zu machen ist. Junior (1 ½) funkt anfangs noch recht harmlos dazwischen, indem er auf mir herum klettert, wenn ich nicht aufpasse – mit der Klobürste Schränke putzt oder den Kühlschrank ausräumt und den Tisch deckt mit allem, was er irgendwo schnappen kann. Als seiner Meinung nach der Tisch „fertig“ gedeckt ist und ich immer noch anderweitig beschäftig bin, hängt er sich an mein Hosenbein und brüllt lautstark.

 

Das Anspruchslevel steigt… die Dezibel auch… Ich bleibe immer noch ruhig und gelassen. Nun beginnen beide Kinder mit Handgreiflichkeiten und ich platze. Nun brüllen wir alle Drei…

 

Hinterher tut es mir leid. Ich gehe ins Bad, schaue in den Spiegel und seufze. Nun habe ich doch schon so viel gelernt! Da sollte mir ein Platzer doch nicht mehr passieren…oder? Quatsch mit Sosse! Ich bin ein Mensch und als solcher habe ich meine Macken und menschel eben auch vor mich hin, manchmal mehr, manchmal weniger. Ich darf die Geduld verlieren, wenn es genug ist. Meine Kinder dürfen erfahren, dass Mami ihre Grenzen hat und „Stop“ sagt, wenn es zu viel ist. Und wenn sie das nicht respektieren, dann kann es eben mal einen Platzer geben.

 

Das ist Selbstliebe und bedeutet, für sich selbst zu sorgen.

 

Das habe ich lange nicht wirklich verstanden. Ich habe gemeint, ich müsse möglichst perfekt sein, eben eine „gute Mutter“ (die alles besser - im Sinne von anders – macht als ihre eigene Mutter und andere Mütter). Als ich erkannte, was für ein Bild ich mir da selbst in den Kopf gesetzt habe und welche Wahnsinnsmassstäbe ich mir mit meiner unbewussten Vorstellung der „guten Mutter“ gesetzt hatte, konnte ich mir selbst nur noch einen Vogel zeigen…und lachen. Das hilft immer und nimmt mir die Spannung. Ich lache über mich und verzeihe mir meine Macken. Die gehören eben auch dazu.

 

Ich atme also tief durch und gehe aus dem Bad zurück zu meinen Brüllmonstern. Ich übernehme die Verantwortung für mein Verhalten. Sie schauen mich an und sehen meine Veränderung. Es wird still. Ich entschuldige mich für meinen Platzer und erkläre, dass es mir einfach zu viel war und ich mich wehren musste. Ich sage, dass ich es vielleicht anders hätte ausdrücken können, aber dass ich nun mal auch Fehler mache und daraus lerne. Ich sage beiden mittlerweile zum Dahinschmelzen kulleraugig guckenden Kindern, dass ich sie lieb habe. Nach einer Pause umarmt mich meine Tochter und sagt: „Mami, Mütter sind eben auch Menschen!“ :-)

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